Die Zahl der Ertrinkungsfälle in Sachsen ist deutlich gestiegen. Bis Ende Juli kamen im Freistaat bereits 13 Menschen durch Ertrinken ums Leben – fast doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres und bereits drei mehr als im gesamten Jahr 2025.
„Die 13 Ertrinkungstoten in Sachsen sind bedauerlich und der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist alarmierend. Präventionsarbeit und Schwimmausbildung bleiben unverzichtbar, doch sie allein reichen nicht aus. Sicherheit am Wasser entsteht durch Investitionen in Prävention, Ausbildung und leistungsfähige Rettungsstrukturen“, erklärt Andreas Lorenczat, Präsident des DLRG Landesverbandes Sachsen.
Auch bundesweit zeigt die Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) einen Anstieg der Ertrinkungsfälle. In den ersten sieben Monaten kamen mindestens 261 Menschen ums Leben – 15 mehr als im Vorjahreszeitraum. Sachsen gehört zu den Ländern mit deutlicher Zunahme.
Aus Sicht der Einsatzkräfte entstehen Notfälle häufig durch eine Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten. „Wir erleben immer wieder, dass Menschen ihre Kräfte im offenen Wasser überschätzen. Wer einen See durchschwimmen möchte, merkt oft erst auf halber Strecke, dass er den Rückweg nicht mehr schafft. Hinzu kommen Faktoren wie kaltes Wasser, Wind oder gesundheitliche Probleme – selbst geübte Schwimmer geraten dadurch schnell in Lebensgefahr“, berichtet Aron Sachse, Technischer Leiter Einsatz der DLRG Sachsen.
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei jungen Menschen. Bundesweit ist die Zahl tödlicher Wasserunfälle in der Altersgruppe der 11- bis 30-Jährigen deutlich gestiegen. Leichtsinn, Gruppendruck und Selbstüberschätzung führen immer wieder zu gefährlichen Situationen.
Doch auch die beste Prävention kann nicht jeden Notfall verhindern. Wo Menschen in Lebensgefahr geraten, braucht es eine leistungsfähige Wasserrettung, die schnell und professionell helfen kann.
Das Sächsische Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetz (SächsBRKG) aus dem Jahr 2024 hat wichtige Weichen für die Wasserrettung gestellt, jedoch besteht weiterer Handlungsbedarf. Insbesondere bei der Stärkung des Ehrenamts sowie der Finanzierung von Einsätzen und Verdienstausfällen sind Nachbesserungen erforderlich, um die Einsatzfähigkeit langfristig zu sichern.
Die DLRG Sachsen appelliert daher an die Politik und die Eigenverantwortung der Badegäste:
Gehen Sie nur ins Wasser, wenn Sie sich wohlfühlt. Rechnen Sie den Rückweg mit ein und schwimmen Sie niemals alleine oder unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Weniger Ertrinkungsunfälle erfordern gemeinsames Handeln – durch Eigenverantwortung, Schwimmausbildung, Prävention und leistungsfähige Wasserrettung.



