14 Menschen seit Beginn der Badesaison in Sachsen ertrunken
19 Menschen sind in Sachsen seit Jahresbeginn bei tödlichen Wasserunfällen ums Leben gekommen. 14 dieser Todesfälle ereigneten sich seit Beginn der Badesaison im Mai und allein 9 in den beiden Sommermonaten Juli und August. Damit verzeichnet die DLRG Sachsen deutlich mehr Todesfälle als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch und ein persönliches Schicksal. Die Entwicklung in diesem Sommer ist für uns deshalb besonders bitter. Sie zeigt, dass wir bei Prävention, Schwimmausbildung und Wasserrettung nicht nachlassen dürfen“, sagt Andreas Lorenczat, Präsident der DLRG Sachsen.
Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich an Seen
Im Vergleich zu Vorjahr waren dieses Jahr besonders häufig Seen Schauplatz tödlicher Wasserunfälle. 11 der 19 Todesfälle seit Jahresbeginn ereigneten sich dort. Daneben gab es Todesfälle in Flüssen, Teichen, Kanälen, sonstigen Gewässern und einem Schwimmbad.
Natürliche Gewässer bergen dabei besondere Risiken. Schwankende Wassertemperaturen, unsichtbare Strömungen, wechselnde Bedingungen und die Entfernung zum Ufer machen die Gefahren oft schwer einschätzbar.
Tödliche Wasserunfälle betreffen verschiedene Generationen
Wenn wir auf die Altersgruppen schauen, fallen zwei Gruppen besonders auf. Von den 16 Verstorbenen, deren Alter bekannt ist, waren sieben 71 Jahre oder älter. Weitere sechs Personen gehörten zur Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Alter zwischen 11 und 30 Jahren). Drei Todesfälle entfielen auf die dazwischenliegende Altersgruppe.
Aron Sachse, Technischer Leiter Einsatz beim DLRG Landesverband Sachsen, ist regelmäßig bei Einsätzen mit den Gefahren am und im Wasser konfrontiert: „Jeder Unfall hat seine eigenen Umstände. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen können Selbstüberschätzung, Gruppendynamik oder Alkohol und andere Substanzen riskante Situationen begünstigen. Bei älteren Menschen können wiederum Vorerkrankungen oder eine Fehleinschätzung der eigenen Belastbarkeit eine Rolle spielen. Umso wichtiger ist es, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und die jeweiligen Gefahren zu kennen.“
In dieser bitteren Bilanz gibt es dennoch einen Lichtblick: Kein Kind bis zehn Jahre kam bisher bei einem tödlichen Wasserunfall ums Leben. Für die DLRG Sachsen ist das ein Grund zur Hoffnung – und eine Bestätigung dafür, wie wichtig Schwimmausbildung, Wassergewöhnung, Aufsicht und Prävention sind. Auch wenn sich nicht jeder einzelne Unfall auf eine bestimmte Ursache zurückführen lässt, zeigt sich hier: Jede Maßnahme, die Kinder sicherer im und am Wasser macht, ist wertvoll.
Vorsorge bleibt über die Badesaison hinaus wichtig
Die Badesaison endet – die Verantwortung für die Sicherheit am Wasser nicht. Auch im Herbst und Winter können Gewässer gefährlich werden – etwa durch kalte Wassertemperaturen, Strömungen, wechselnde Wasserstände oder instabile Eisflächen.
Für die DLRG Sachsen ist Vorsorge deshalb ein ganzjähriges Thema. Dazu gehören Schwimmausbildung, Wissen über die Gefahren verschiedener Gewässer und die Fähigkeit, in einer Notsituation richtig zu handeln. Auch Erste Hilfe und Wiederbelebung gehören dazu – denn ein Notfall kann überall passieren und schnelles Handeln Leben retten.
Die Woche der Wiederbelebung macht in diesen Tagen darauf aufmerksam, dass jede und jeder helfen kann. Wer nicht wegschaut, einen Notruf absetzt und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Erste Hilfe leistet, kann entscheidend dazu beitragen, dass aus einem Notfall kein Todesfall wird. Im Ernstfall kann jede Person zum Lebensretter werden.



