Nicht alle Kinder haben die gleichen Voraussetzungen, wenn es darum geht, schwimmen zu lernen.
Manche Kinder sammeln schon früh gemeinsam mit ihrer Familie Erfahrungen im Wasser, besuchen Schwimmkurse oder verbringen regelmäßig Zeit am See, im Freibad oder im Schwimmbad. Andere Kinder haben diese Möglichkeiten nicht.
Unterschiedliche Voraussetzungen – unterschiedliche Chancen
Die Gründe dafür können vielfältig sein: finanzielle Hürden, wenig Zeit im Familienalltag oder auch die eigenen Erfahrungen der Eltern.
Denn nicht alle Erwachsenen konnten selbst sicher schwimmen lernen. Wer sich im Wasser unsicher fühlt oder nie die Möglichkeit hatte, Sicherheit im Wasser zu entwickeln, kann diese Erfahrungen nicht selbstverständlich an die eigenen Kinder weitergeben. Das ist keine Frage mangelnder Fürsorge, sondern zeigt, wie stark die eigenen Erfahrungen und Möglichkeiten den Zugang zum Schwimmen prägen können.
Schule als Chance für alle
Genau deshalb ist Schwimmbildung in der Schule wichtig. Schule erreicht Kinder unabhängig davon, welche Möglichkeiten sie außerhalb des Unterrichts haben. Sie kann unterschiedliche Ausgangsbedingungen ausgleichen und allen Kindern die Chance geben, grundlegende Schwimmfähigkeiten zu entwickeln.
Denn sicher schwimmen zu können sollte keine Frage des Elternhauses sein.
Schwimmen ermöglicht Teilhabe
Sich sicher im Wasser bewegen zu können, begleitet Kinder auch über den Schwimmunterricht hinaus. Ob beim Spielen mit Freunden, im Urlaub mit der Familie, im Vereinssport oder bei gemeinsamen Aktivitäten am und im Wasser – Schwimmfähigkeit kann darüber entscheiden, ob Kinder bei solchen Aktivitäten selbstverständlich dabei sein können.
Fehlt diese Fähigkeit, bleiben solche Erlebnisse für manche Kinder eingeschränkt oder sogar verschlossen.
Schwimmbildung schafft deshalb nicht nur Sicherheit im Wasser. Sie stärkt Selbstständigkeit und kann Kindern den Zugang zu gemeinsamer Freizeit, Sport und sozialen Erlebnissen ermöglichen.
Gemeinsam Schwimmbildung stärken
Damit jedes Kind die Chance erhält, sicher schwimmen zu lernen, braucht es das Zusammenspiel vieler Akteure. Schulen, Schulträger, Kommunen, Schwimmbäder, Vereine und ehrenamtlich Engagierte tragen gemeinsam dazu bei, Schwimmbildung vor Ort möglich zu machen. Auch die Politik auf Landesebene ist gefragt, wenn es um verlässliche Rahmenbedingungen, ausreichende Schwimmflächen und die notwendigen Ressourcen für Schwimmbildung geht.
Schwimmbildung darf deshalb nicht davon abhängen, in welchem Bundesland ein Kind lebt oder welche Möglichkeiten sein Elternhaus bietet. Gemeinsame Anstrengungen und verlässliche Rahmenbedingungen über Ländergrenzen hinweg können dazu beitragen, allen Kindern faire Chancen auf Schwimmbildung zu ermöglichen.
Denn Schwimmen ist Bildung – und Bildung sollte allen Kindern offenstehen.



